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AHK Digital Quarterly #5 Q4/2019


Lieber Herr Gutmann,

ich begrüße Sie zur Jahresendausgabe des AHK Digital Quarterly. Neben Industrie 4.0 und innovativen Apps berichten wir auch über E-Learning, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Weltweit wird viel in sogenannte EdTech-Startups investiert, Nutzerzahl und Marktkapitalisierung wachsen überdurchschnittlich. Die Ausbildungsbetriebe sind gezwungen, sich an die neuen Bedürfnisse der „Generation Z“ und ihrer technikaffinen Mitarbeiter anzupassen. Die Zahlen belegen, dass auch risikobewusste Investoren den EdTech-Trend auf dem Radar haben.
 
E-Learning ist nur ein Beispiel dafür, wie die „Experience Economy“ im Nu die Landschaft ganzer Industriezweige zuerst im B2C- und anschließend im B2B-Segment völlig neu geordnet hat. Zahlreiche AHK-Mitglieder haben sich beim SAP Experience Management Day in Moskau am 21. November mit anderen Teilnehmern ausgetauscht, wie sie Big Data und Künstliche Intelligenz nutzen, um die Produkterfahrungen ihrer Kunden und sich selbst als Lieferanten sowohl im Vertriebs- als auch im Wartungsbereich nachhaltig zu verbessern. Eine systemunterstützte Analyse von Geldströmen und Nutzerdaten wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil in einem umkämpften Markt.  
 
Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre und einen erfolgreichen Jahresabschluss mithilfe digitaler Technologien!
  
Ihr Andrej Bievetski,
Managing Director SAP Labs CIS
Ihr Feedback zum Digital Quarterly
DAS DIGITALE GESPRÄCH


Swetlana Bigesse

Remondis Russland, Generaldirektorin

Welche digitalen Technologien verwendet Remondis schon heute? 
REMONDIS setzt heute zunehmend auf digitale Hilfsmittel, um Kunden Service auf Knopfdruck anzubieten. Beispiele sind ein Online-Containershop zur Entsorgung unterschiedlichster Abfallarten von Garten- und Parkabfällen bis hin zu Miettoiletten sowie Apps zur korrekten Verwendung von Recyclingbaustoffen und zur schnellen Vermittlung von passenden Versorgungsdienstleistern.  

Wie sehen Abfallwirtschaft und Müllverarbeitung im Jahr 2050 aus? 
Das hängt vor allem von der Infrastruktur der Städte und der Bereitschaft von Produzenten zur Einhaltung strikter Ökodesignkriterien ab. In großen Städten wird sich die Sammlung von Abfällen wahrscheinlich nur durch den Einsatz emissionsfreier und autonom fahrender Fahrzeuge unterscheiden. Ob die Weiterverarbeitung der gesammelten Abfälle zu Recyclingrohstoffen auf ein neues Niveau gehoben wird, hängt davon ab, ob Verpackungsmaterialien und die darin enthaltenen Produkte so gestaltet werden, dass man sie vollumfänglich recyceln kann. 

Warum sind Sie der Deutsch-Russischen Initiative zur Digitalisierung (GRID) beigetreten?
Wir sind der Überzeugung, dass die Digitalisierung auch in unserer Branche einen großen Beitrag zur Schaffung geschlossener Stoffkreisläufe leisten kann. Schon die schiere Menge und unterschiedliche Art der zu verwertenden Abfälle erfordert intelligente Steuerung durch digitale Prozesse. Ziel muss es sein, alle Rohstoffe, die der Mensch in sämtlichen Produkten verbaut, zurückzugewinnen und in einen ewigen Kreislauf zu führen. Dafür leistet Kollege Computer einen entscheidenden Beitrag.

Swetlana Bigesse ist Leiterin der AG Umwelt und Abfallwirtschaft. Sie war beteiligt an der Entwicklung des AHK-Positionspapiers zur Abfallwirtschaft und der digitalen Abfallplattform Germantech, auf der deutsche Firmen ihre Technologien für die Abfallreform in Russland anbieten. Das Unternehmen Remondis ist auch Mitglied der Deutsch-Russischen Initiative für Digitalisierung (GRID). 
MOBILITÄT

Billig-Stromer geht in Serie
Das erste in Serie produzierte E-Auto „Made in Russia“ soll schon bald erhältlich sein. Die Zulassung des „Zetta“ genannten Kleinstwagens stehe unmittelbar bevor, teilte Industrie- und Handelsminister Denis Manturow mit, der Verkaufsstart erfolge im ersten Quartal 2020. Der Name Zetta steht für „Zero Emission Terra Transport Asset“. Das Auto wird vom gleichnamigen Hersteller in der Autostadt Togliatti an der Wolga produziert und soll mit Ausnahme der Akkus ausschließlich aus russischen Komponenten bestehen. Der Hersteller rechnet mit einer Nachfrage von maximal 15.000 Stück in Russland. Als Preis für die Basisversion werden 450.000 Rubel genannt (6300 Euro). Damit wäre der Zetta wohl das günstigste Elektroauto der Welt. / RBC (RU), n-tv (DE)
 
Neue Logistik-Plattform von Megafon
Der russische Telekom-Konzern Megafon hat eine Online-Plattform für Gütertransporte gestartet. „Megafon-Cargo“ vereint bisher 20 Logistik-Anbieter, darunter auch die russische Tochter des Paketdiensts DPD. Die Plattform erlaubt den Preisvergleich und Buchungen von Lkw-Transporten, aber auch zum Beispiel das Zeichnen elektronischer Lieferscheine. Miteinander kompatible Aufträge werden automatisch zu einer Fahrt zusammengefasst, jede Fahrt kann in Echtzeit online verfolgt werden. Programmiert wurde die Logistik-Plattform von der Mail.ru Group. Auch die anderen großen russischen Telekom-Unternehmen arbeiten an ähnlichen Diensten, allerdings bisher nur für den internen Gebrauch. / Vedomosti (RU)
 
Moskauer Verkehr wird digitaler
McKinsey entwickelt eine neue Verkehrsplanungs-Strategie für die Stadt Moskau. Die russische Tochter des US-Consultingunternehmens wird darin kurzfristige (bis 2023) und langfristige Maßnahmen (bis 2040) vorschlagen, wie die Verkehrslage in der Megapolis weiter verbessert werden kann. In den vergangenen Jahren hat Moskau vor allem auf den Ausbau der Metro gesetzt, Autofahrer sollten auf den Schienenverkehr umsteigen. Die Stadt sieht alle ihre Vorhaben aus der bisherigen Planungsphase 2011-2020 erfüllt, rechnet aber damit, dass sie in Zukunft neue Wege gehen muss, um gegen Staus und verstopfte Metros anzugehen. Deshalb soll nun der verstärkte Einsatz neuer Technologien wie Big Data, 5G oder Vakuumröhren à la Hyperloop vom Tesla-Gründer Elon Musk geprüft werden. / Vedomosti (RU)
MEIN DIGITALES ALPHABET

Was bedeutet eigentlich „Chippen“?
Chippen heißt: Das Implantieren von Mikrochips. Resultat ist eine digitale Schnittstelle im Körper des gechippten Menschen oder Tiers. Immer mehr Firmen bieten ihren Mitarbeitern an, sich chippen zu lassen, wie der „Spiegel“ berichtet. Zum Beispiel werden TUI-Mitarbeiter in Schweden gechippt, indem ihnen ein etwa Reiskorn-großer NFC-Chip ("Near Field Communication") unter die Haut des Handrückens gespritzt wird. Sie können dadurch per Berührung Türen öffnen, sich am Computer einloggen oder sich beim Zugschaffner identifizieren. In Schweden ist das Chippen bereits ein weit verbreitetes Phänomen, anderswo weckt es Ängste vor der totalen Überwachung der Menschen durch Arbeitgeber oder staatliche Einrichtungen. In der EU darf laut Gesetz niemand dazu gezwungen werden, sich chippen zu lassen, weil das Chippen streng genommen eine Verletzung des Körpers darstellt. / Spiegel (DE)
NEUE MÄRKTE

IoT unter den Erwartungen
Mitte 2019 waren in Russland insgesamt 18,6 Mio. Geräte über eine eigene SIM-Karte vernetzt, darunter z.B. Busse und Bankautomaten. Damit wurden Prognosen zur Entwicklung des Internets der Dinge (IoT) in Russland nicht erreicht, die bis zu 23,5 Mio. eingesetzte SIM-Karten für 2019 vorausgesagt hatten. Die Zeitung „Vedomosti“ zitiert Branchenexperten, die einen Mangel an Ideen und Anwendungsmöglichkeiten für die Zukunftstechnologie dafür verantwortlich machen. Den russischen Markt für IoT-Geräte teilen sich bisher die beiden Telekomanbieter MTS und Megafon auf (mit je 42% Marktanteil). Wimpelkom („Beeline“) und Tele2 folgen mit großem Abstand (mit 10% und 4%). Die meisten per Mobilfunk vernetzten Geräte gibt es im Transportwesen (31% aller Geräte) und in der Bankenbranche (17%). / Vedomosti (RU)
 
Wer am souveränen Internet verdient
Am 1. November ist das Gesetz über das „Souveräne Internet“ in Kraft getreten. Es erlaubt dem russischen Staat weitgehende Kontrolle über den Datenverkehr nach und aus Russland. Das umstrittene Gesetz hat auch Nutznießer, schreibt die russische Forbes. Sie sieht eine Teilung des Internets in ein  freies Netz und mehrere Netze „à la China“, die nach außen abgeschottet sind, kommen. Sie böten eine Chance für Unternehmen, da globale Lösungen in diesen neuen Märkten ersetzt werden müssen. Die Entwicklung in Russland bestätige diese Theorie. So hätten Einschränkungen gegen Amazon und Google im vergangenen Jahr zu einem Wachstum bei russischen Cloud-Diensten um 25% geführt. Der heimische Markt profitiert auch in Zukunft von der Abschottung gegen die US-Giganten, er wächst laut Rostelekom um bis zu 30% jährlich. Nicht nur die Cloud-Anbieter, sondern alle großen russischen Internetfirmen werden auch in den Nachbarländern gute Chancen haben, die ähnlich skeptisch gegenüber den US-Konzernen sind. Schließlich werden die vier großen russischen Telekom-Unternehmen profitieren, weil sie die Schnittstelle zwischen dem globalen Netz und dem Runet bilden werden. Denn bei all der Aufregung um das „Souveräne Internet“, von einer gänzlichen Abschottung ist in Russland nicht die Rede. / Forbes (RU)
 
Ranking der größten EdTech-Firmen
Das Medienhaus RBC hat ein Ranking der umsatzstärksten russischen Bildungs-Anbieter über das Internet (EdTech) erstellt. Den Gesamtmarkt schätzen die Experten auf umgerechnet 420 Mio. Euro, die 35 größten privaten Projekte erwirtschaften davon ein Drittel (alle Zahlen für 2018). An der Spitze steht mit einem Umsatz von 16 Mio. Euro die Onlineschule für Englisch Skyeng, es folgen Netologia Group (IT-Kurse für Berufsanfänger und Schüler, 11 Mio.) und iSpring (Software für Trainings in Unternehmen, 9 Mio.) Insgesamt wachse das Interesse der Investoren an EdTech-Startups. Die Bildungsbranche sei 2018 unter den fünf attraktivsten Nischen für Risikokapital gewesen, wird ein Investor zitiert. / RBC (RU)
FÜNF FAKTEN ZUR DIGITALEN WIRTSCHAFT
1. Geld sparen mit Big Data
Unternehmen in der EU könnten 600 Mrd. Euro einsparen, wenn sie große Datenmengen effizienter nutzen würden, so eine Studie der EU-Kommission.

2. Fachkräftemangel
Laut einer weiteren Studie der EU-Kommission werden 2020 in der EU mehr als 10 Mio. Datenfachleute arbeiten. Trotzdem solle ein Mangel von 769.000 Spezialisten bestehen. Den Gesamtmarkt für Daten schätzte sie auf 300 Mrd. Euro.

3. Wenige Roboter 
In Russland kommen laut RBC statistisch fünf Roboter auf 10.000 Arbeitnehmer. Der globale Durchschnittswert liegt bei 99 Roboter je 10.000 Arbeiter.

4. Neuer Industriezweig 
Der russische Markt für Künstliche Intelligenz (KI) wird 2019 auf 139 Mio. US-Dollar geschätzt. Weltweit sind es 36 Mrd. Dollar. Bis 2030 wird der Anteil der KI am Weltwirtschaftswachstum 14% erreichen (die Zahlen hat ebenfalls RBC zusammengetragen).

5. Großes Potenzial
Russland liegt auf dem sechstbesten Platz unter allen Ländern, was das Potenzial für Robotisierung und Automatisierung betrifft. Noch besser werden die Perspektiven für die Industrie 4.0 nur in China, Indien, den USA, Brasilien und Indonesien bewertet (RBC).
GESETZGEBUNG & E-GOVERNMENT

Videoüberwachung legal
Die Moskauer Praxis der breitflächigen Videoüberwachung und der Einsatz von Gesichtserkennungsprogrammen verletzen nicht die Privatsphäre der Bürger. Das urteilte ein Moskauer Gericht und wies damit die Klage einer Frau ab. In der Begründung erläuterte das Gericht, dass die Gesichtserkennung nicht auf Daten der Bürger zurückgreife, sondern nur ihre Aufnahmen mit Fahndungsfotos der Polizei vergleiche. Weil das System keine biometrischen Daten der Bürger speichere oder weitergebe, sei keine Einwilligung der Bürger zur Nutzung ihrer persönlichen Daten erforderlich. Eine solche Einwilligung schreibt das russische Gesetz über die personenbezogenen Daten für den Fall vor, dass die genutzten Daten die Identifikation der Person ermöglichen. / Vedomosti (RU)
 
Russische Software verpflichtend
Ab Juli 2020 müssen Smartphones, Computer oder Smart-TVs in Russland mit russischer Software ausgeliefert werden. Das entsprechende Gesetz wurde von der Duma und dem Föderationsrat verabschiedet. Die Liste der Apps, die zusätzlich zu der vom Hersteller vorinstallierten Software auf den Geräten vorhanden sein müssen, erstellt die Regierung. Es wird erwartet, dass darin mindestens Browser und Apps für die Internetsuche enthalten sein werden. Die Politik will mit dem Gesetz russische Entwickler fördern und Nutzern die nachträgliche Installation von Programmen ersparen, wie die offizielle Begründung lautet. Die Maßnahme könnte insbesondere Apple treffen und seine offizielle Präsenz auf dem russischen Markt infrage stellen, da Apple prinzipiell keine Geräte mit Software von Drittanbietern ausliefert. / TASS (RU), NZZ (DE)
 
Gesetz über Internet-Ressourcen zurückgezogen
Der Duma-Abgeordnete Anton Gorelkin hat sein Gesetzesvorhaben zurückgezogen, wonach der Anteil ausländischer Investoren an russischen Internetfirmen höchstens 20% betragen sollte. Das hätte insbesondere die beiden großen russischen IT-Unternehmen Yandex und Mail.ru treffen können. Gorelkin reagierte damit auf die Bekanntgabe von Yandex, dass es eine neue Konzernstruktur geben werde. Unter anderem solle eine Stiftung des öffentlichen Rechts geschaffen und ihr über die „goldene Aktie“ ein Vetorecht in strategischen Fragen verliehen werden. Der Stiftungsrat soll mit Vertretern von Yandex, aber auch etwa russischer Universitäten, des russischen Industriellenverbands RSPP sowie des Skolkowo-Fonds besetzt sein. Damit will Yandex Investoren wie auch den russischen Staat beruhigen. Die Yandex-Aktie erholte sich von den Verlusten der vorherigen Wochen. Am 20. Dezember sollen die Aktionäre die neue Unternehmensstruktur absegnen. / Vedomosti (RU), RBC (RU)
 
BRICS-Staaten wollen SWIFT-Alternative
Russland, China und Indien machen sich Gedanken über eine sanktionssichere Alternative zum westlichen Bezahlsystem SWIFT. Das hat zuerst das indische Wirtschaftsportal „The Economic Times“ erfahren. Im Gespräch ist demnach, das russische System für Finanzmitteilungen RSPFS mit dem chinesischen System zur Zahlungsabwicklung mit Auslandsbanken zu vereinen. Der dritte im Bunde, Indien, arbeitet noch an einem eigenen System, werde dieses dann aber mit dem der russischen Zentralbank verbinden. Mit dem eigenen Bezahlsystem wollen die Länder unabhängiger vom SWIFT-System werden, etwa um den Handel mit Ländern zu erleichtern, die von den USA mit Sanktionen belegt sind. Außerdem sichern sich die Länder gegen einen eventuellen Ausschluss aus dem SWIFT-System ab. Diese Maßnahme wurde bisher nur gegen den Iran eingesetzt. / Economic Times (EN), RBC (RU)

DIGITALE PERSON DES QUARTALS


Karl-Heinz Streibich, der „Aufholjäger“
Als „Aufholjäger“ hat ihn das „Handelsblatt“ im Jahr 2006 bezeichnet. Und dieser Mission ist Karl-Heinz Streibich bis heute treu geblieben. Es geht um die Aufholjagd der europäischen IT-Industrie, damals wie heute. Seit Jahren schon fordert der Nachrichtentechniker einen europäischen IT-Verbund mit dem Ziel, den großen Anbietern in den USA die Stirn zu bieten – ein Anliegen, das aktuell auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit dem Datencloud-Projekt Gaia-X verfolgt. Als einen ersten Schritt in Richtung digitale Souveränität, so sieht Streibich den Vorstoß. Der 67-Jährige ist sich sicher: Die Wirtschaft wird bei der Umsetzung mitziehen, wenn der Staat die Weichen stellt.

„Mr. Industry 4.0“, wie die European Business Review ihn einst bezeichnete, ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten, unter anderem bei der Deutschen Telekom AG. Streibich sitzt auch im Präsidialrat der AHK Russland. 15 Jahre stand er an der Spitze der Software AG aus Darmstadt, die zu den Weltmarktführern bei Softwarelösungen für Unternehmen und verbundene Dienstleistungen gehört. Streibich erschloss ihr neue Geschäftsfelder, kaufte unter anderem den amerikanischen Softwareentwickler Web Methods.

Seit Mai 2018 ist er Präsident von acatech, der von Bund und Ländern geförderten Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, die sich als Stimme der Technikwissenschaften im In- und Ausland sieht. Sie berät Politik und Gesellschaft in Zukunftsfragen. Eine solche, vielleicht die wichtigste ist für Karl-Heinz Streibich die digitale Souveränität, denn, so sagt er, digitale Technologie werde einmal so wichtig sein wie die Energieversorgung. / Interview (DE), Porträt (DE)
UNTERNEHMEN & STARTUPS

Moskau unter Top 10 der Startup-Städte
Die russische Hauptstadt gehört zu den zehn besten Pflastern für Startups weltweit. Die Networking-Plattform StartupBlink stuft sie in ihrem Ranking mit 1000 Städten auf Platz 10 ein. Mitte des Jahres gab StartupBlink bereits bekannt, dass sich Moskau von Platz 14 um vier Plätze verbessert. Dabei bewerten die Experten etwa die Zahl und Qualität von Startups sowie das Geschäftsumfeld für junge Firmen. 4500 Startups arbeiten zurzeit in Moskau, wie es von der Stadt heißt. Bis 2030 will sie sogar zu den Top 3 gehören, direkt nach dem unangefochtenen Startup-Paradies San Francisco und New York. / East-West Digital News (EN)

X5 wird AliExpress-Logistikpartner
Der größte russische Betreiber von Supermärkten, X5 Retail Group, hat den Logistik-Dienst für AliExpress.ru übernommen. Internetbestellungen aus dem Ausland können zunächst in 5700 Märkten der Kette „Pjatjorotschka“ abgeholt werden. Später soll die andere große X5-Marke, „Perekrjostok“, hinzukommen. X5 übernimmt auch den Transport der Ware von den Zentrallagern in die Märkte. AliExpress Russia, ein Joint Venture des chinesischen Handelsgiganten Alibaba, der Mail.ru Group und von Megafon, verfügt damit nach eigenen Angaben landesweit über mehr als 10.000 Ausgabestellen, einschließlich der Packstationen von DPD und PickPoint. / Interfax (RU), Vedomosti (RU)

Siemens hilft bei Warenmarkierung
Siemens ist eine Partnerschaft mit dem russischen Operator für digitale Kennzeichnung von Waren eingegangen. Das halbstaatliche Zentrum zur Entwicklung aussichtsreicher Technologien (ZRPT) kümmert sich um Datenerfassung und -speicherung digital markierter Produkte. Siemens wird es künftig vor allem im Bereich industrieller Produkte unterstützen. Beide Partner wollen ein Kompetenzzentrum gründen und bei der Forschung und Entwicklung von Technologien zusammenarbeiten. Die digitale Kennzeichnungspflicht in Russland betraf bisher nur Zigaretten und Schuhe. Im Dezember sind weitere Warengruppen hinzugekommen, darunter Fotokameras, Reifen, Milch und Bier. Verbraucher sollen über eine App die Daten abrufen können und bei Verdacht auf Fälschungen die Ware melden können. / CNews (RU), Siemens (RU)
 
Post verdreifacht Digital-Erlöse
Die Einnahmen der russischen Post aus digitalen Diensten haben sich in den ersten drei Quartalen des Jahres gegenüber 2018 verdreifacht. Bis Jahresende sollen sie 15 Mrd. Rubel erreichen (21 Mio. Euro) und damit 7% des Gesamterlöses der Post ausmachen. Die wichtigste Einnahmequelle sind die Online-Abwicklung von Sendungen der Internethändler und anderer Firmenkunden. Es folgen elektronische Briefe wie die Zustellung von Strafzetteln und die Onlinefrankierung von Briefen auf der Internetseite der Post. Im Mai hatte die Post eine Initiative zur Digitalisierung ihrer Dienste angekündigt. Dafür wollte sie 40 Mrd. Rubel in die Hand nehmen (57 Mio. Euro). / Vedomosti (RU)
SAP-NEWS

SAP und Regierung fördern gemeinsam Startups
Der deutsche Softwarekonzern SAP und das russische Ministerium für Digitale Entwicklung und Kommunikation kooperieren bei der Förderung russischer Softwareentwickler. Dazu haben beide einen Accelerator für Startups ins Leben gerufen. Er will russischen IT-Gründern helfen, mit ihren Produkten weltweit erfolgreich zu sein. Besonders vielversprechende Projekte könnten mit Hilfe von SAP Labs CIS mit Produkten aus dem globalen SAP-Portfolio integriert und über das SAP App Center weltweit SAP-Kunden angeboten werden. SAP Labs CIS bietet dafür Unterstützung vom SAP Co-Innovation Lab und SAP Integration Certification Center. Nach der Bewerbungsphase werden zehn Startups das Programm durchlaufen. Die Absolventen werden beim SAP-Forum im April 2020 in Moskau vorgestellt. / Comnews (RU), Kommersant (RU)
 
SAP setzt wieder auf Rostelekom
SAP setzt für sein Cloud-Angebot in Russland weiter auf Datenzentren der Rostelekom. Der Softwarekonzern und der russische Telekom-Riese unterschrieben eine entsprechende strategische Vereinbarung über fünf Jahre. SAP begründete die Entscheidung für Rostelekom mit der guten Erfahrung, die es bisher mit dem mehrheitlich staatlichen Konzern gemacht habe. Die Partnerschaft von SAP CIS und Rostelekom startete 2014. Seitdem hat der Softwareentwickler seine wichtigsten Cloud-Angebote für Unternehmen in die Datenzentren der Rostelekom verlagert. / Cnews (RU)
SERVICES & APPS

Milliarden für Dating-Apps
Andrej Andrejew hat seine Erfolgs-App Badoo an die Beteiligungsgesellschaft Blackstone verkauft. Für die Mehrheit an Andrejews Magic Group, zu der auch andere Dating-Dienste wie Bumble oder Lumen gehören, bezahlte der US-Gigant nach eigenen Angaben 3 Mrd. US-Dollar. Andrejew gehört zu den erfolgreichsten russischen Internet-Unternehmern. So gründete er den Kennenlern-Dienst Mamba, der 40 Mio. Nutzer hat. Badoo mit Sitz in London ist weltweit erfolgreich und kommt auf etwa 450 Mio. Nutzer. Andrejew hat mittlerweile die britische Staatsbürgerschaft. / East-West Digital News (EN)
 
Der Russe hinter Googles Gestenradar
Iwan Pupyrew ist der Kopf hinter den Radar-Chips, die Google erstmals im Smartphone Pixel 4 nutzt. Der Russe hat seit 2014 an der „Project Soli“ genannten Technologie gearbeitet, die mittels eines Kurzstrecken-Radars Bewegungen des Handynutzers registriert. In einem ausführlichen Forbes-Interview erzählt er, wie er mit einem kleinen Team innerhalb Googles erst belächelt wurde und sich dann durchsetzen konnte und vergleicht das mit einem Startup, das sich um Investoren bemüht. Eigentlich sollte sein Project Soli auch in einer Smartwatch eingesetzt werden, die Google zusammen mit LG entwickelte. Doch die Koreaner hätten einen Rückzieher gemacht. Der Uhr-Prototyp funktioniere, und irgendwann werde Google die Idee wieder aufgreifen, so Pupyrew. Seine Radar-Gestenerkennung könne in vielen Bereichen eingesetzt werden, etwa in Smart Cities, Computerspielen oder in der Medizin. Er und Google arbeiteten bereits an neuen Anwendungsfeldern. / Forbes (RU)

MEIN DIGITALES BÜRO



Andrej Bajkow

McDonald's Russia, Digital Director

Welche App hilft Ihnen am meisten in Ihrem Geschäftsalltag?
Neben den offensichtlichen Antworten E-Mail-App und Kalender würde ich Trello hervorheben, eine der beliebtesten Online-Lösungen für Projektmanagement. Ich greife auf dieses Instrument zurück, um Teamarbeit anzukurbeln, Aufgaben zu verteilen und den Status jedes einzelnen Projekts stetig zu kontrollieren.
 
Gibt es Apps, die Ihnen helfen, effizienter zu arbeiten?
Zuletzt habe ich für mich die To-Do-App entdeckt (früher: Wunderlist). Diese gibt einem die Möglichkeit, aus dem eingehenden E-Mail-Verkehr in Outlook Aufgaben zu generieren und diese dann nachzuverfolgen. Das hilft mir, das E-Mail-Postfach immer leer zu halten und die Aufgaben in einem nutzerfreundlichen Format zu bearbeiten.

Welche Apps nutzen Sie am häufigsten und warum?
Das sind natürlich die E-Mail-App, WhatsApp und nützliche Alltag-Apps wie die fürs Parken in Moskau, Banking-Apps, Facebook, Instagram und so weiter. Aber auch SoundCloud, um Musik zu hören, und Monefy Pro für die Haushaltsplanung.
 
Welche App würden Sie den AHK-Mitgliedern empfehlen?
Hier möchte ich nutzerfreundliche Apps zum Identifizieren von Werbeanrufen empfehlen: WhoCalls und Yandex. Die Apps sind in 90% der Fälle imstande, Werbeanrufe als Spam zu identifizieren. Das erspart aufdringliche Gespräche. Eine weitere App ist NCleaner, um die Mitteilungen aller Apps zu sperren und anzusteuern. Sie ist für mich hilfreich, denn ich kann den Modus „Keine Mitteilungen“ auswählen und Ausnahmen hinzufügen. Das bedeutet: Ihr Smartphone wird Sie von einer wichtigen Aufgabe nur bei Anrufen und Nachrichten von einem Kontakt aus Ihrer „weißen Liste“ ablenken.
FORSCHUNG & INNOVATION

Russische Forscher feiern Lampen-Erfolg
Forscher des Moskauer Instituts für Physik und Technologie (MFTI) melden einen Durchbruch bei der Entwicklung der nächsten Generation von Speichermedien. Sie hätten eine Methode entwickelt, die die Verteilung des elektrischen Potenzials in ferroelektrischen Kondensatoren misst, die in der Speicherform der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Daran mitgewirkt hätten Wissenschaftler aus den USA und Deutschland. Die Speicher der Zukunft sollen nicht nur schneller, sondern auch langlebiger sein als heutige Flash-Speicher. Im Sommer hatte eine Forschergruppe des MFTN den ersten Prototyp einer neuen Art von Lichtquelle vorgestellt. Grundlage ist dabei die Kathodolumineszenz, die so ähnlich in Röhrenfernsehern verwendet wurde. Anders als LEDs verliert sie mit der Zeit nicht an Leuchtkraft, benötigt kein Quecksilber wie Energiesparlampen und soll robust gegen die Witterung und dazu noch preiswert sein. / MFTI (RU), East-West Digital News (EN)
 
Technologietal entsteht in Moskau
In Moskau wurde der Grundstein für ein innovatives wissenschaftlich-technologische Zentrum der Lomonossow-Universität (MGU) gelegt. In Anspielung an das Silicon Valley wird es auch „Technology Valley“ genannt. Die Bauarbeiten auf dem 300.000 m² großen Areal nahe der MGU sollen bis 2023 abgeschlossen sein, als Kosten sind 40 Mrd. Rubel (570 Mio. Euro) angesetzt. Die Mittel werden je zur Hälfte von der Stadt Moskau und dem russischen Staatshaushalt bereitgestellt. Künftig sollen dort Forschungsarbeiten u. a. in den Bereichen Biomedizin, Informations- und Nanotechnologie sowie Robotik gebündelt werden. / TASS (RU)
 
VR-Brillen für Kühe
Über diese Nachricht aus Russland hat die ganze Welt geschmunzelt: Mit Virtual-Reality-Brillen (VR) wollen Forscher in Krasnogorsk bei Moskau den Tieren den langen russischen Winter erträglicher machen. Ihnen wird dabei eine sommerliche Wiese in das Sichtfeld projiziert. Laut einer Meldung des Landwirtschaftsministeriums führe dies zu mehr Ruhe im Stall. Ob es sich auch auf die Milchproduktion auswirkt, soll noch erforscht werden. / Heise (DE), TASS (RU)
 
Konzerne setzen auf Supercomputer
Rosatom möchte Quantencomputer entwickeln, wie der staatliche Atomenergiekonzern mitteilte. In die Technologie sollen 24 Mrd. Rubel (340 Mio. Euro) an staatlichen und Drittmitteln fließen. An vergleichbaren Computern arbeitet u. a. auch Google, das im Oktober einen Erfolg mit der auf der Quantenmechanik basierenden Technologie meldete. Rosatom hofft, mit seinen eigenen Rechnern im Jahr 2024 in etwa den heutigen Entwicklungsstand von Google zu erreichen. Die Sberbank hat ihren eigenen Supercomputer bereits in Betrieb genommen. Das Geldhaus entwickelte zusammen mit dem Grafikkarten-Hersteller Nvidia den schnellsten Rechner Russlands. Er soll Dienstleistungen der Sberbank im Bereich der Künstlichen Intelligenz beschleunigen, wird aber auch minutenweise vermietet. Die Rechenleistung des konventionellen Computers erreicht laut Sberbank 6,7 Petaflops. Damit steht er in der Liste der schnellsten Rechner weltweit auf Platz 29 und in Europa auf Platz 7. / Vedomosti (RU), Interfax (RU)

AHK DIGITAL NEWS

GRID-Delegationsreise nach Bayern (11.-13.12.2019)
Vom 11. bis zum 13. Dezember 2019 besucht eine ca. 30-köpfige russische Wirtschaftsdelegation im Rahmen der Deutsch-Russischen Initiative zu Digitalisierung (GRID) das deutsche Bundesland Bayern. Auf dem Programm stehen Werksbesuche bei Siemens in Amberg, Krones in Neutraubling und MAN Truck & Bus in München sowie beim Softwareentwickler AVL Software & Functions in Regensburg. Das Ziel der Reise besteht dahin, russischen Unternehmen die Umsetzung des Industrie 4.0-Konzepts in Deutschland hautnah vor Ort zu demonstrieren und deutsch-russische Kooperationspotenziale auf diesem Gebiet zu erkunden.

Die Deutsch-Russische Initiative zur Digitalisierung (GRID) ist ein Gemeinschaftsprojekt von AHK, dem Ost-Ausschuss - Osteuropaverein der Deutschen Wirtschaft (OAOEV), dem russischen Unternehmerverband RSPP sowie auf deutscher Seite von den Unternehmen Siemens, SAP, Bosch, Remondis und Volkswagen Group Rus und auf russischer Seite von Rostelekom, Sinara Group, Kaspersky, Skolkowo und „Zyfra“.

Deutsch-Russischer Digitaltag Düsseldorf (07.11.2019)
Beim ersten Deutsch-Russischen Digitaltag am 07.11.2019 in der IHK Düsseldorf wurde der aktuelle Entwicklungsstand der russischen Digitalwirtschaft und Kooperationsmöglichkeiten mit deutschen Unternehmen besprochen. Dazu hielten Vertreter der Deutsch-Russischen AHK, der Stadt Düsseldorf und der Unternehmen Yandex, Linxdatacenter, Beiten Burkhardt und SMS digital (Sponsoren der Veranstaltung) Vorträge. Anschließend fand eine Podiumsdiskussion statt. Zur Veranstaltung kamen ca. 60 Besucher. Facebook: https://bit.ly/34AwGWY

Delegationsreise Start.up! Germany 2019 nach Nordrhein-Westfalen (27.10.-01.11.2019)
Im Rahmen des DIHK-IHK-AHK-Netzwerkprojektes Start.up! Germany 2019 bereiste eine Gruppe von 55 Startups aus 20 Ländern vom 27.10.2019 bis zum 01.11.2019 Nordrhein-Westfalen. Es wurden die Städte Düsseldorf, Duisburg, Dortmund, Bochum, Essen und Köln besucht. Dabei standen B2B-Treffen der internationalen Startups mit Vertretern deutscher Unternehmen im Mittelpunkt, denn Ziel der Reise war es, jungen Unternehmensgründern aus aller Welt das Startup-Ökosystem Nordrhein-Westfalens näherzubringen. Aus Russland beteiligten sich vier Startups an der Reise, die bei einer Pitch Session am 30. September in der AHK ausgewählt wurden. Begleitet wurde die russische Delegation von Vertretern der AHK, Kirovsky Invest, der Loga Group und NRW.Invest. Facebook: https://bit.ly/33w9APY
INDUSTRIE 4.0

Branchenprimusse schließen KI-Allianz
Fünf auf ihrem Feld führende russische Unternehmen haben eine Allianz zur Förderung der Künstlichen Intelligenz (KI) geschlossen. Ihre Kräfte auf diesem Feld bündeln die Sberbank, Yandex, Mail.ru, der Mobilfunkanbieter MTS und der Ölproduzent Gazprom Neft. Mit dabei ist auch der staatliche Invest-Fonds RDIF. Vize-Premier Maxim Akimow wird für die Zusammenarbeit der Regierung mit der Allianz zuständig sein. Zu den Projekten der Allianz werden die gemeinsame Entwicklung von KI-Komponenten, die Berufsausbildung sowie die Mitwirkung an der rechtlichen Regulierung auf dem Feld der KI gehören. Die Gründungsmitglieder wollen demnächst einen Aktionsplan erarbeiten. In Russland und darüber hinaus werden große Hoffnungen in die KI gesetzt. Doch bisher hat sie den Unternehmen wenig greifbare Erfolge beschert, wie die US-Hochschule MIT und die Boston Consulting Group unlängst in einer weltweiten Umfrage feststellten. / East-West Digital News (EN), Kommersant (RU)
 
Severstal startet Innovations-Plattform
Severstal möchte Partner gewinnen, um den technologischen Fortschritt in der Metallurgie voranzutreiben. Dazu hat der Konzern, einer der größten Stahlerzeuger Russlands, das Internetportal „Open Innovations“ gestartet. Darauf wirbt das AHK-Mitglied auf Russisch und Englisch um Technologie-Partner, Experten und Startups, die an seinen Digital-Projekten mitwirken können. Zu den Angeboten zählen der Startup-Accelerator „Steel Tech“, eine Art experimentelle Fabrik zum Erproben von Innovationen, der „Severstal Tech Park“ sowie zwei Wagniskapital-Fonds. / East-West Digital News (EN)
 
Ratschläge für Erfolg mit Industrie 4.0
Der Schwung sei weg, Russlands Industrie entwickle sich nicht mehr so dynamisch wie in vergangenen Jahren. Ausgehend von diesem Befund hat A.T. Kearney, eine Unternehmensberatung aus Chicago, sieben Ratschläge, was Russland tun muss, um auf den Zug der Industrie 4.0 aufzuspringen: 1. Die Regionen müssen besser mit Internet und Telekom-Diensten versorgt werden, eventuell durch Privatisierungen. 2. Talente müssen auch außerhalb Moskaus Perspektiven haben. Firmen sollten Unis in den Regionen gründen. 3. Russland sollte Kurs halten in Richtung Integration in globale Märkte und offenen Handel. 4. Dann muss aber das Investitionsklima noch besser werden, die Verwaltung transparenter und effektiver. 5. Die Binnennachfrage muss angeregt werden, etwa durch niedrigere Steuern. Russland sollte nicht nur vom Rohstoff-Export leben. 6. Auch Russland sollte auf nachhaltiges Haushalten mit seinen natürlichen Ressourcen achten. Denkbar seien steuerliche Anreize für die Nutzung regenerativer Energie. 7. Zentrale Industriezweige sind bisher unterentwickelt, so der Maschinenbau, die Möbel- oder Nahrungsmittelindustrie, dazu der gesamte Dienstleistungssektor. Hier versprechen die Technologien der Industrie 4.0 den größten Nutzen. / RBC (RU)
ZAHL DES QUARTALS

2.200.000 Kilometer...
... eine so lange Strecke würde entstehen, wenn man alle Kassenzettel hintereinanderlegte, die in Deutschland im kommenden Jahr zusätzlich ausgegeben werden müssen, weil ein Gesetz es so will. Das sogenannte Kassengesetz 2020 zwingt Händler und Dienstleister wie Friseure und Barkeeper, ohne Ausnahme Kassenzettel an ihre Kunden auszugeben. Damit will der Staat Steuerhinterziehern das Leben schwerer machen. Und so wird in Zeiten des papierlosen Zahlens wieder viel Papier produziert, so viel, dass man damit 43 Fußballfelder füllen oder eben eine Linie von 2,2 Mio. Kilometern Länge bilden könnte, wie ein Experte vom Handelsverband Deutschland (HDE) berechnete. Damit könnte man drei Schleifen um Erde und Mond legen, oder 50 Mal die Erde umrunden. / Welt (DE)
IN DEUTSCHLAND

Deutsche Betriebe nur Mittelmaß
Das Statistische Bundesamt sieht „erheblichen Nachholbedarf“ bei der deutschen Wirtschaft in Sachen Digitalisierung, wie der Präsident des Amts Georg Thiel bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuchs 2020 sagte. So seien nur gut die Hälfte der Unternehmen an schnelles Internet (mindestens 30 Mbits/s) angeschlossen. Selbst große deutsche Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern sind EU-weit nur Durchschnitt bei der Anwendung digitaler Trends: 34% werten Daten mittels Big Data aus und 49% nutzen Cloud-Dienste. Dagegen ist der 3D-Druck in Deutschland relativ weit verbreitet, wo er in 18% der größeren Unternehmen eingesetzt wird. In der ganzen EU sind es nur 13%. / FAZ (DE)
 
Deutschland bei E-Learning „abgehängt“
Schlechte Noten für digitale Bildung in Deutschland: Im November veröffentlichte der Think Tank „Centre for European Policy Studies“ ein Ranking der EU-Staaten, wie gut sie für die digitale Lehre aufgestellt sind. Deutschland landete auf dem letzten Platz. Eine 2020 erscheinende Studie des Pearson-Verlags wird ergeben, dass die meisten Dozenten an deutschen Hochschulen zwar vom Mehrwert des E-Learnings überzeugt sind. Allerdings lässt die in Teilen vorab veröffentlichte Studie auch erkennen, dass nur wenige Dozenten digitale Mittel anwenden, sei es wegen der Kosten, des Zeitaufwands oder fehlenden Fachpersonals. „Wir sind bereits abgehängt“, sagt Jürgen Handke, Anglistik-Professor von der Philipps-Universität Marburg und von der „FAZ“ als einer der Vordenker der digitalisierten Hochschullehre vorgestellt. Digitale Lehre habe in Deutschland zu lange nur PDF, PowerPoint und Vorlesungen auf YouTube bedeutet, so Handke, der ein „neues Mindset“ in der Bildung fordert. / FAZ (DE)
 
Tesla baut Gigafactory in Brandenburg
Tesla-Gründer Elon Musk hat im November den Standort für die erste europäische Großfabrik des US-Autobauers bekanntgegeben. Die vierte sogenannte „Gigafactory“ soll in Brandenburg unweit von Berlin entstehen. Tesla will 2020 mit dem Bau beginnen und insgesamt etwa 4 Mrd. Euro investieren. Das neue Werk soll Batterien und Motoren für E-Autos produzieren, außerdem dürfte dort das „Model Y“ zusammengebaut werden, ein geplanter SUV auf Basis des Mittelklasse-Wagens „Model 3“. Mittlerweise hat Tesla die Aktiengesellschaft „Tesla Manufacturing Brandenburg SE“ gegründet, die zu seiner niederländischen Tochter gehört. / Spiegel (DE), Golem (DE)
LESETIPPS
  • WELT: Die Grenzen der schulischen Digitalisierung
     
  • Tagesspiegel: Digitalisierung der Berliner Behörden: Jeder kocht sein eigenes Süppchen
     
  • WirtschaftsWoche: Deutschland fehlen die richtigen Lernprozesse
     
  • Handelsblatt: Zukunft der Industrie: Kampf um die Steuerung der digitalen Fabrik
     
  • Industry of Things: Safety trifft Security: Sicher gehen auf dem Weg zur Industrie 4.0
     
  • Spiegel Online: Kommission zu künstlicher Intelligenz: Bundestag will Ergebnisse in Teilen zurückhalten
     
  • Deutsche Welle: Beethovens zehnte Sinfonie, komponiert von Algorithmen?
     
  • Handelsblatt: Dieser Gründer will autonomes Fahren schneller möglich machen
     
  • FAZ: Beutekunst aus Russland: Virtuelle Wiedervereinigung
     
  • Spiegel Online: Konzepte zur CO2-Reduktion: Technik for Future
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