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Hallo liebe*r capito Freund*in!

Heute widmen wir uns dem Thema Gendern! Ein Thema, das mitunter heiß diskutiert wird. 🔥 Aber keine Sorge: Wir werden einen kühlen Kopf bewahren.

Wir gehen der Frage nach, ob Gendern überhaupt notwendig ist, und betrachten verschiedene Formen des Genderns in Hinblick auf ihre Verständlichkeit! 

Gendern: Muss das sein?

Gendern ist anstrengend, mühsam, kompliziert und unnötig. So lauten einige der gängigen Argumente gegen das Gendern. Aber warum gendern wir dann überhaupt? 

Gendern ist ein wichtiger Teil der sogenannten "geschlechtersensiblen Sprache". Diese kritisiert, dass Frauen in der Sprache unsichtbar gemacht werden. Hier ein Beispiel:

  • Nur weibliche Lehrpersonen: Die Lehrerinnen
  • Nur männliche Lehrpersonen: Die Lehrer
  • 99 weibliche Lehrpersonen und 1 männliche Lehrperson: Die Lehrer
Aber ist nicht ohnehin klar, dass Frauen mitgemeint sind? Hier gehen die Meinungen auseinander. 

Über Sprache, Wahrnehmung und Wirklichkeit

Fest steht, dass Sprache, Wahrnehmung und Wirklichkeit eng verknüpft sind. Fest steht auch, dass Frauen historisch nicht immer mitgemeint waren. Einige dieser Bilder und Vorstellungen gibt es auch heute noch. 
Sprechen wir zum Beispiel von "Chefärzten und Krankenschwestern", haben wir ein mentales Bild vor Augen - auch was das Geschlecht der Personen angeht.
Lust auf ein Experiment? Frage Menschen in deinem Umfeld: "Wer sind deine drei Lieblingsmusiker?" Analysiere dann die Antworten in Hinblick auf das Geschlecht!
Sprechen wir hingegen von "Chefärztinnen und Chefärzten und dem Pflegepersonal", tauchen vor unserem inneren Auge andere Bilder auf.

Außerdem... Es gibt Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann identifizieren. Auch sie haben ein Recht darauf, sprachlich berücksichtigt zu werden!

Okay, dann gendern wir also. Aber wie?

Doppelpunkt, Binnen-I, Schrägstrich: Es gibt viele Möglichkeiten zu gendern. Aber welche Variante ist die Beste? Wir berücksichtigen drei Faktoren: 
Frau beim Nachdenken
  • Verständlichkeit: Die gegenderten Inhalte müssen für die Zielgruppe gut lesbar und verständlich sein.
  • Barrierefreiheit: Screenreader müssen die gegenderten Texte korrekt vorlesen können.
  • Inklusion: Es sollen alle Geschlechter berücksichtigt werden. 
Eines vorweg: Die einzige, richtige Art zu gendern gibt es (noch) nicht. Welche Art die Richtige für dich ist, hängt wesentlich von deiner Zielgruppe ab. Wir stellen dir drei Varianten vor. Egal, für welche du dich letztendlich entscheidest, bemühe dich bitte, möglichst einheitlich zu bleiben! 

1. Geschlechtsneutrale Formulierungen

Hier kannst du kreativ werden! Versuche Formulierungen zu finden, die sich auf kein konkretes Geschlecht beziehen. 

  • "Studierende" statt Studenten
  • "Rollstuhlgerechter Eingang" statt Eingang für Rollstuhlfahrer
  • "Teilnahmeliste" statt die Teilnehmerliste
Der Vorteil: Neutrale Formulierungen sind gut verständlich und stören den Lesefluss nicht. Auch Screenreader können sie gut vorlesen.

2. Sonderzeichen 

Lehrer:innen, Lehrer_innen, Lehrer*innen - Sonderzeichen ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Aber: Sonderzeichen werden von Screenreadern oft falsch ausgelesen oder von der Zielgruppe nicht verstanden.

  • Erkläre die Sonderzeichen am Anfang des Textes.
  • Verwende das Sonderzeichen deiner Wahl wirklich nur fürs Gendern.
  • Versuche weitgehend die Mehrzahl zu verwenden, sonst wird der Text schnell holprig. 
Unser Tipp: Wir empfehlen den Genderstern als Sonderzeichen. Er ist vielen Menschen bereits bekannt und kann von vielen Screenreadern gut ausgelesen werden!

3. Beidnennung

Bei der Beidnennung werden die männliche und weibliche Form genannt. Der Text wird dadurch zwar länger, bleibt jedoch sehr gut verständlich. Der Nachteil: Menschen, die sich nicht als Frau oder Mann identifizieren, werden nicht berücksichtigt. 

Wir fassen zusammen...

Bringen wir die Inhalte des heutigen Tages noch einmal auf den Punkt:
  1. Die geschlechtersensible Sprache hilft, alte Geschlechterbilder zu durchbrechen.
  2. Die eine, richtige Art zu Gendern gibt es nicht. Wie du genderst, solltest du auch von der Zielgruppe abhängig machen.
  3. Klarheit und Einheitlichkeit sind wichtig. Erkläre, wenn nötig, warum du wie genderst und bleibe dann bei dieser Gender-Art.
Portraitfoto von Karoline Körner
Morgen bekommst du zum Abschluss des Mini-Kurses einige exklusive Tipps direkt aus der capito Praxis. ✨

Herzliche Grüße,

Karoline Körner,
Leiterin der capito Lehrgänge
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