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Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr 2020 beginnt mit einigen Neuerungen:
In diesem Jahr wird die Bundesregierung vor dem Kinderrechts-Ausschuss in Genf ihren Staatenbericht zum Fakultativprotokoll betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie (OPSC) erläutern. Dabei fragen die Ausschuss-Mitglieder gezielt nach der Einschätzung der Zivilgesellschaft. Deshalb hat ECPAT rechtzeitig im Dezember seinen Alternativ- oder Schattenbericht zum UN-Fakultativprotokoll (OPSC) bei der UN eingereicht und wird seine Empfehlungen in 2020 vor Ort vortragen.
Ende letzten Jahres hat ECPAT den Terminologischen Leitfaden für eine angemessene Sprache im Zusammenhang mit sexueller Gewalt und Ausbeutung von Kindern veröffentlicht. Nun wollen wir in den nächsten Monaten die Fachöffentlichkeit dazu sensibilisieren und schulen. Ziel ist es, in der gesprochenen und geschriebenen Sprache eine Tätersprache zu vermeiden. Denn auch Worte schaffen Wirklichkeit. ECPAT will erreichen, dass nicht nur in den Medien, sondern auch in der Wissenschaft und in Gesetzgebungsverfahren angemessene Begriffe verwendet werden.
Das Bundesfamilienministerium BMFSFJ und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) haben mit dem Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen eine gemeinsame Gremien-Struktur geschaffen. Diese soll dazu beitragen, eine Strategie zum Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt und Ausbeutung zu entwickeln. Das neue Gremium besteht aus dem Nationalen Rat und seinen vier Arbeitsgruppen, in die ECPAT als Fachstelle berufen wurde. ECPAT wird sich dabei insbesondere zu den Themen Internationale Kooperation und Ausbeutung aktiv einbringen.

Und zuletzt gibt es auch eine Änderung in der Geschäftsstelle. Ich werde nun im Februar 2020 die Geschäftsführung an meine Nachfolgerin Ute Becker übergeben, da ich inzwischen das reguläre Rentenalter erreicht habe. Ich möchte mich an dieser Stelle für ihr Interesse an unserer Arbeit, für die vertrauensvollen Kooperationen sowie die langjährige Unterstützung bedanken. Gemeinsam konnten wir einiges auf den Weg bringen, das hat mich immer begeistert und angetrieben, am Thema dran zu bleiben. Danke, dass Sie ECPAT über viele, viele Jahre das Vertrauen geschenkt haben. Ich möchte Sie bitten, dieses Vertrauen auch der neuen Geschäftsführerin entgegenzubringen.
Beste Grüße, Mechtild Maurer
 
ECPAT Deutschland vernetzt!
Mit angemessener Sprache Kinder gemeinsam besser vor sexualisierter Gewalt und sexueller Ausbeutung schützen
Die Orientierungshilfe für einen bewussten und sensibilisierten Sprachgebrauch bei sexueller Ausbeutung und sexualisierter Gewalt von Kindern in Deutschland wurde am 2.12.2019 veröffentlicht: der Terminologische Leitfaden. Wir müssen keine neue Sprache lernen, wir müssen nur bewusster mit ihr umgehen! Unter www.terminologie.ecpat.de finden Sie weitere Materialien und praktische Hilfen wie ein Erklärvideo für eine gemeinsame Sprache sowie eine Tabelle für einen leichten Begriffs-Check, gemeinsam herausgegeben von ECPAT Deutschland und den Kinderschutz-Zentren.
Informationen über Webinare zu angemessener Sprache finden sie hier: https://ecpat.de/fortbildungen-termine/#webinare
 


Nationaler Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen
ECPAT Deutschland ist unter den 40 Mitgliedern des neu einberufenen Nationalen Rats gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Der Rat soll bis Sommer 2021 eine Verständigung über konkrete Ziele und Umsetzungsschritte erarbeiten, um die Prävention, Intervention und Hilfen spürbar zu verbessern und die Forschung weiter voranzubringen. ECPAT bringt hier sehr explizit seine Expertise zu Ausbeutung und internationaler Kooperation ein.
ECPAT legt Schattenbericht zum Fakultativprotokoll vor
20 Jahre nach der Ratifizierung des Fakultativprotokolls der Vereinten Nationen über den Verkauf von Kindern, Kinder in der Prostitution und zu Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern (OPSC) sieht ECPAT weiterhin großen Umsetzungsbedarf. Im Rahmen des Staatenberichtsverfahrens zur Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen hat ECPAT nun zum zweiten Mal nach der Ratifizierung des Fakultativprotokolls 2009 durch die Bundesrepublik Deutschland seinen Schattenbericht zum Fakultativprotokoll dem UN-Kinderrechteausschuss vorgelegt.
 
ECPAT Deutschland auf dem Internet Governance Forum (IGF) in Berlin
Deutschland war erstmals Gastgeberin des Internet Governance Forums (IGF), einer multidisziplinären Diskussionsplattform der Vereinten Nationen zu zentralen rechtlichen, politischen, sozialen und technischen Fragen des Internets. ECPAT International organisierte als Vorsitzende der „Dynamic Coalition on Child Online Safety“ eine Session zum Thema Kinderschutz vs. dem Recht des Kindes auf Spiel in Online Gaming. Des Weiteren diskutierten die Teilnehmenden des IGFs wegweisende Themen wie Künstliche Intelligenz (AI) und Datensicherheit.
 
 

30 Jahre UN Kinderrechtskonvention
In den letzten 30 Jahren wurde viel erreicht – aber wir können nicht weitere 30 Jahre warten, bis Kinder umfassend vor sexueller Ausbeutung geschützt sind. Das Jubiläum bestärkt uns darin, uns weiter für Kinderrechte stark zu machen. Anlässlich des 30. Jubiläums hat unsere Mitgliedsorganisation Kindermissionswerk Die Sternsinger ein kindgerechtes Vidoe veröffentlicht, das Kindern anschaulich ihre Rechte erklärt.
Für Kinder erklärt: Das sind Kinderrechte
 
BKA - Lagebild Menschenhandel 2018 zeigt Anstieg von Verfahren
Das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichte im September 2019 sein jährliches Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2018. Insgesamt gab es einen Anstieg um 14 Prozent auf 386 Ermittlungsverfahren mit 503 Betroffenen des Menschenhandels, verglichen zum Vorjahr. Auch sind die Verfahrenszahlen bei Kindern und Jugendlichen Opfern auf 149 Verfahren (2017: 134; +11,2 %) mit 172 minderjährigen Opfern (+0,6 %) gestiegen. Ein Großteil der Verfahren (142) wurde wegen der kommerziellen sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen geführt – ein Anstieg um 10,9 %. Die Loverboy-Methode spielt nach wie vor eine bedeutende Rolle in der Anwerbung und Täuschung von Minderjährigen und jungen Frauen.

 
Resolution zur Verbesserung der Koordinierungsbemühungen gegen Menschenhandel
Das Dritte Komitee der Generalversammlung der Vereinten Nationen hat am 15.11.2019 eine Resolution zur Verbesserung der Koordinierungsbemühungen gegen Menschenhandel verabschiedet. Dies wird auch von der Europäischen Union begrüßt und als "bahnbrechende Bezugnahme auf das Mandat der EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels" bezeichnet. Die Resolution bekräftigt die Bedeutung sowohl von Prävention als auch von subregionaler, regionaler und internationaler Zusammenarbeit von Behörden und Zivilgesellschaft. Sie fordert die nationalen Behörden ausdrücklich auf, Straflosigkeit für Täter_innen zu beenden und Rechenschaftspflichten gegenüber den Opfern zu stärken. Die Resolution erkennt an, dass Frauen und Kinder überproportional häufig von Menschenhandel betroffen sind, v.a. zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung.

 
Weitere Schwerpunktworkshops zum Schutz für Kinder vor Handel und sexuelle Ausbeutung
Im Rahmen des Bundeskooperationskonzeptes „Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“ starteten wir dieses Jahr gleich mit zwei Workshops, die sehr gut aufzeigten, wie unterschiedlich in den verschiedenen Regionen an die Thematik herangegangen werden muss. Während es in Erfurt darum ging, zum Thema zu sensibilisieren und die Vernetzung der Akteure zu initiieren, da es in ganz Thüringen noch keine spezialisierte Fachberatungsstelle zu Menschenhandel gibt, ging es in Dortmund darum, die verschiedenen bereits existierenden Arbeitsgruppen zum Thema Handel und Ausbeutung zusammen zu bringen, und den Raum zu bieten, gemeinsame Ziele zu formulieren und Doppelstrukturen zu vermeiden. Beide Veranstaltungen waren mit jeweils über 40 Teilnehmenden aus den verschiedenen Bereichen (Polizei, Justiz, Fachberatungsstellen, Jugendamt und weiteren) sehr gut besucht und die rege Beteiligung zeigte das große Engagement der Fachkräfte.

 
Einführungs-Webinare "Handel mit und Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen"

ECPAT bietet wieder Webinare an, die Informationen zum Thema Handel mit und Ausbeutung von Minderjährigen geben. Weitere Informationen unter https://ecpat.de/fortbildungen-termine/#webinare

Termine und Anmeldung:

Donnerstag, 26.03.2020, 10 Uhr, Anmeldung hier

Dienstag, 07.04.2020, 10 Uhr, Anmeldung hier

 

Train-the-Trainer Fortbildung
ECPAT Deutschland hat seine jährliche drei-tägige Fortbildung für Referent_innen und Trainer_innen von ECPAT Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz Ende Oktober 2019 in Freiburg durchgeführt. Ziel war es, neues Wissen zu erlangen, sich auszutauschen und aktuelle methodisch-didaktische Impulse zu erhalten. Ein Schwerpunkt war in diesem Jahr die Visualisierung von Workshops- und Seminarinhalten.

Blogger_innen - Werkstatt zu Kinderschutz im Tourismus
Gemeinsam mit engagierten DRV Mitgliedsunternehmen haben wir eine Blogger-Werkstatt zu Kinderschutz im Tourismus durchgeführt. Besonders die anschaulichen Beispiele unseres Polizei-Vertreters haben den Reiseblogger_innen die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus verdeutlichen können. Kinder können nur gemeinsam geschützt werden! Daher müssen wir so viele Multiplikator_innen wie nur möglich auf die Problematik aufmerksam machen.
 

“Training on quality standards for reporting mechanisms”
Anfang November trafen sich einige europäische ECPAT Mitglieder, die nationale Meldemechanismen zu sexueller Ausbeutung von Kindern betreiben, zu einem Training in Freiburg. Gemeinsam mit Vertreter_innen von Jugendschutz.net, INHOPE - International Association of Internet Hotlines und der Polizei tauschten wir uns zu den unterschiedlichen Meldemöglichkeiten aus und konnten viel voneinander lernen. Qualitätsstandards für Meldeportale wurden diskutiert und die ECPAT Mitglieder aus den Niederlanden, Österreich, Belgien, Luxemburg, Schweden, Schweiz und Deutschland konnten einige wichtige Ideen mitnehmen, um die nationalen Meldemechanismen, die Teil der Plattform www.dontlookaway.report sind, kontinuierlich zu verbessern.

Kinderschutzschulung bei TravelWorks
Die Mitarbeitenden des Reiseveranstalters TravelWorks wurden an zwei Tagen Anfang Dezember von ECPAT zum Thema Kinderschutz auf Reisen und im Bereich Voluntourismus geschult. Gemeinsam haben wir viel erarbeitet. Jugendliche, die beispielsweise ein High-School Jahr in einer Gastfamilie in den USA verbringen, sind ebenso schutzbedürftig wie Kinder in einem Projekt, das Freiwillige empfängt. Einiges muss noch getan werden, damit Kinder und Jugendliche auch in diesen Arbeitsfeldern umfangreich geschützt sind.
 
Schulungen zum Thema Safeguarding und Kindesschutz
Ganzheitlicher Kindesschutz stand auf der Agenda eines Workshops von ECPAT Deutschland in der Gemeinde Mettingen in NRW. Zahlreiche Vertreter_innen von Vereinen und Institutionen kamen im Herbst 2019 zusammen, um durch ECPAT Deutschland zu Kindesschutz und der Implementierung von Kinderschutzkonzepten sensibilisiert zu werden.
 
Projekt SAFE PLACES gestartet - Gemeinsam mit Partnern aus Österreich stärken wir institutionellen Kinderschutz in Österreich und Deutschland
Die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt jedes Jahr wieder deutlich, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder in Institutionen und Organisationen weit verbreitet stattfindet (jährlich ca. 400 Fälle von sexuellem Missbrauch von minderjährigen Schutzbefohlenen, die erfolgreich ermittelt und verurteilt werden). Und diese Zahlen werfen nur ein Schlaglicht auf das Hellfeld. Hier setzt unser neues Projekt mit Österreich an. Gerade an Orten, an welchen Kinder und Jugendliche betreut werden oder ihre Freizeit gestalten, haben die Erwachsenen einen besonderen Schutzauftrag. Mehr Informationen unter https://ecpat.de/kinderschutz/
Besuchen Sie uns auf der diesjährigen ITB Berlin vom 04.-08.03.2020 am Stand 242 in Halle 4.1. oder auf den beiden ECPAT Veranstaltungen:
Together We Take Action for Child Protection – Gemeinsame Initiativen zum Schutz von Kindern im Tourismus

Erfolgreiche Schritte nach vorn für einen besseren Schutz von Kindern auf Reisen und im Tourismus - Was können Tourismusindustrie, Zivilgesellschaft, Regierungen und Strafverfolgungsbehörden gemeinsam tun, um Kinder vor sexueller Ausbeutung zu schützen? Drei beispielhafte Initiativen aus Lateinamerika, Asien und Europa werden von Vertreter_innen vorgestellt, die ihre Ansätze zum Kinderschutz im Tourismus auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene diskutieren.
04. März 2020, 11:00 – 12:00 Uhr, Halle 4.1, Große Bühne
 
Preisverleihung - "Ideenwettbewerb für Reisegadgets"
ECPAT Deutschland hat in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Kinderschutz des Deutschen Reiseverbandes (DRV) einen Wettbewerb für angehende Tourismusfachkräfte initiiert. In 15 Wochen haben Auszubildende und Studierende ein Reisegadget mit einer Kinderschutzbotschaft für ein kooperierendes Tourismusunternehmen erstellt.
05. März 2020, 17:15 – 18:00 Uhr, Halle 4.1 Adventure Stage
https://www.facebook.com/ECPATgermany/
https://twitter.com/ecpatgermany
Website
https://www.youtube.com/channel/UCVqfRFANhILaptqff16Q5vw
Sehen Sie nicht weg -
Melden Sie Hinweise auf sexuelle Ausbeutung von Kindern weltweit!
ECPAT Deutschland e. V.
Mechtild Maurer (V.i.S.d.P.)
Alfred Döblin-Platz 1
D-79100 Freiburg

Tel +49 761 45687148
Fax +49 761 45687149
Website: www.ecpat.de
 
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